Geschichte des Uzner Martinischiessens

Die Legende des Heiligen Martins geht zurück auf einen Römischen Offizier, namens Martinus, welcher ums Jahr 350 auf einem Feldzug im Winter einem frierenden Bettler begegnete und ihm die Hälfte seines Mantels gab.
Hier als Motiv auf einer alten Schweizer 100 Franken Note, gültig 1956-1980

Martinstag wird im Mittelalter zum Zinstag,

das heisst sinngemäss ein Tag an dem man etwas miteinander teilt. Immer am 11. November, dem Martinstag, waren die Zinsen an den Grundherrn zu entrichten. Bei dieser Gelegenheit trafen sich die Bauern im Hauptort ihrer Landschaft und benutzten das Zusammentreffen danach zum Festen, mit Wein, Brot und Spielen. Eines der damals beliebten Spiele war das Wettschiessen; zunächst mit Pfeil und Bogen und später mit der Muskete. Die Pistole spielte damals als Sportgerät noch keine Rolle.
Schützenfest 1504 in Zürich, noch ausschliesslich mit Musketen.

Uznach übernimmt das Martinischiessen von Eschenbach

Die Eschenbacher Pistolenschützen teilten ihren Schiesstand hinter dem Restaurant Rössli seit 1972 mit den Kleinkaliberschützen. 1982 wurde ein jährliches Martini-Pistolen eingeführt, nachdem der Eschenbacher 300-Meter Verein schon früher ein Martinischiessen kannte. Doch bald wurde der Druck der Nachbarschaft gegen den Schiesslärm zu gross, so dass der Stand aufgegeben werden musste und das traditionelle Pistolen-Martinischiessen nun 50 Meter vor dem 300m Kugelfang Eschenbach im Freien ausgetragen wurde. 1990 dann hatte sich der Eschenbacher Pistolenclub definitiv aufgelöst und wir Uznacher durften diese 18-jährige Tradition übernehmen. Im 2012 konnten wir nun dieses Schiessen bereits zum 22. Mal in Uznach durchführen.

Unsere Kranzauszeichnung: Ein silberner Taler in Anlehnung an den mittelalterlichen Zinstag zu Martini erhält der erfolgreiche Schütze in Uznach einen echten Taler, einen Maria-Theresia Taler, geprägt seit 1741. Die Bezeichnung „Taler“ erhielt die Münze übrigens, weil das Silber der Österreichischen Kaiserin aus dem Joachimstal stammte, daher die Abkürzung „Taler“. Diese Münze diente seitdem vielen anderen Ländern als Vorbild. So z.B. in den USA, wo die Währung heute Dollar ist, jedoch von den Einheimischen als „Daller“ ausgesprochen wird. Ein Silber-Dollar hatte übrigens bis zur Einführung des US Blech- und Papiergeldes Grösse und Gewicht des originalen Maria-Theresia Talers. Ebenso der alte, grosse Schweizer Fünflieber.