Geschichte der
Pistolenschützen Uznach
1. Vorgeschichte
Präzisionsschiessen und Wettschiessen mit Pistolen, bzw. Revolvern, waren bis zur Einführung des Revolvers 1872 in der Schweizer Armee nicht üblich. Pistolen waren bis dahin Nahkampfwaffen für Reiterei und Offiziere, welche einen gezielten Schuss nicht erlaubten. Meist fehlte ihnen eine Zielvorrichtung.


Bild 1: Ordonanzpistole, Modell 1842, ohne Kimme mit dazugehörenden Munition, Kal 18mm.
Zum Scheibenschiessen ungeignet.

Anmerkung: Die Bezeichnung "Pistole (d/e), Pistola (It), Pistolet (frz)" ist Tschechischen Ursprungs. Im 15. Jahrh. wurde dort ein Faustrohr als " PÍŠŤALA" d.h. Pfeifchen bezeichnet (ausgesprochen: Pischtala) und hat sich von dort in die ganze Welt verbreitet. Dagegen bedeutet das Wort Revolver "Dreher"

2. Beginn des sportlichen Revolver- und Pistolenschiessens in der Schweiz


Bild 2: Ordonanzrevolver Modell 1872, mit dazugehörender Munition

Erst mit der Einführung des Armeerevolvers Modell 1872 war ein Präzisionsschiessen mit Kurzwaffen überhaupt möglich. Erstmals in der Schweizergeschichte fand am Eidgenössischen Schützenfest 1887 in Genf auch ein Wettbewerb für Revolverschützen statt. Für die Revolverschützen wurden bloss 10 Scheiben aufgestellt, gegenüber 150 Scheiben für die Gewehrschützen.

3. Gründung und Auflösung des Revolverclub Uznach
Ins Licht der Geschichte tritt ein "Tit. Revolverclub" zum ersten Mal am 7. Mai 1900 im Protokollbuch des Militärschützenvereins Uznach (MVU), wo dieser um Überlassung einiger Scheiben bittet. Der Vorstand des MVU, "Komitee" genannt, beantwortet diese Anfrage positiv. Die Revolverschützen dürfen den Preis für die Scheiben selber bestimmen und wählen je zwei Scheiben und zwei Scheiben

Leider sind aus der Anfangszeit des Revolverclubs keine Protokolle erhalten. Lückenlose Protokolle finden wir erst ab 1942, fein säuberlich gebunden durch Buchbinder und Papeteristen Robert Schäppi. Sporadisch erfahren wir dagegen einiges aus den Protokollen des MVU. Es ist anzunehmen, dass der Revolverclub kein Verein im Sinne des Zivilgesetzbuchs, sondern nur eine lose Gruppe war.

Laut Martin Schwyter, heute Landwirt in der Haslen, fanden die ersten Schiessübungen auf seiner Landwirtschaft statt. Das Scheibenmaterial wurde in der Scheune von Vettiger einge-lagert.

Treibende Kraft in den ersten Jahren war Architekt Franz Vettiger (1918 - 1950), welcher in unmittelbarer Nähe der Schwyters wohnte. 40 Jahre später wird er dafür zum Ehrenmitglied ernannt. Er trat dem Verein im Jahre 1907 bei 1. Als Kugelfang diente die steile Böschung zum Buchwald. S. Bild 4. Erste Statuten von 1924 werden als Vorläufer in den revidierten Statuten aus dem Jahre 1942 erwähnt, sind aber leider nicht mehr erhalten.


Bild 3: In den Haslen, bzw. "Schwyter Wiese" der erste Schiessplatz der Pistolenschützen.
Geschossen wurde von den weissen Heuballen gegen die Böschung, links davon.

Danach wird der Pistolenclub 1925 eine Untersektion des MVU mit eigenen Statuten, datiert 1924. Der Vorstand des Pistolenclub umfasst drei Mitglieder, wovon ein Mitglied den Pistolenclub beim MVU vertritt. Grund dieses Beitritts sind Einsparungen beim Beitrag an die Schützenversicherung. Am 10. März 1931 jedoch wird der Revolverclub aufgelöst (MSV Protokoll). Die Gründe dazu erfahren wir nicht. Das Inventar des aufgelösten Pistolenclubs ist dem Unteroffizierverein Oberer Zürichsee überlassen worden und das Vermögen von Fr. 51.80 floss in die Vereinskasse der Militärschützen. 3

4. Neugründung des Vereins 1933
Bereits zwei Jahre nach seiner Auflösung wird die Pistolen- & Revolversektion Uznach, wie sie jetzt heisst, neu gegründet und zwar als Untersektion des Militärschützenvereins. Leiter wird Lehrer Willi Achermann. Willi Achermann; Präsident des Pistolenclubs (1932-1942), war zunächst Lehrer in St. Gallenkappel und zog später mit seiner Familie nach Uznach, wo er bis zu seiner Pensionierung ebenfalls Lehrer war.

Im Militär diente er als Hauptmann. Seine Arbeitsbelastung während dem zweiten Weltkrieg war als Kompaniekommandant und gleichzeitig Lehrer zu gross geworden, so dass er das Präsidium des Pistolenclubs an Paul Gödl übergab.

Bild 4: Willi Achermann (1894-1986) hier im Alter von etwa 80 Jahren

An der Hauptversammlung des MSV vom 9. April 1934 berichtet Lehrer Achermann über das Eidgenössische Schützenfest 1934 in Fribourg. Im Protokoll sind keine Resultate der Pistolenschützen erwähnt. Über das eigene Resultat schwieg er ebenfalls. Doch kann heute im Schweiz. Schützenbuch nachgelesen werden, dass Achermann das Meisterschaftsresultat von 496 Punkten erreicht hatte. Für die damalige Zeit ein ausgezeichnetes Resultat. Dafür erhielt er die Meisterschaftsmedaille. Konstituierung der Pistolensektion März 1937. Als Vorstand werden gewählt: Leiter Willi Achermann, Munitionsverwalter und Kassier: Angelo Resegatti, Hilfsleiter: Paul Tobler.

Bild 5: Führende Köpfe des Pistolenclubs 1939.
V.l.n.r: Emil Schubiger, Paul Gödl, E. Vogt

1938 zählt die Pistolensektion 26 Mitglieder. Der Jahresbeitrag beträgt jetzt 7 Franken. Am Kant. Sektionswettschiessen erreichte Franz Vettiger ein Kranzresultat.

5. Schwierige Zeiten während dem 2. Weltkrieg

Bild 6: Paul Gödl-Keller,
(2.7.1914 – 9.3.1975)
Prokurist bei der Seidenweberei
und Feldweibel der Armee.
Präsident 1942 - 1949

1942 gibt sich die Pistolen- & Revolversektion Uznach neue Statuten. Sie bleibt zwar immer noch eine Untersektion des Militärschützenvereins, verwaltet sich nun aber selber und wählt einen eigenen Vorstand. Erster Präsident (er wird nun nicht mehr "Leiter" genannt) ist Paul Gödel (Disponent bei der Seidenweberei Schubiger) und Aktuar wird Emil Örtig (Amtsschreiber Bezirk See), sowie Ernst Sollberger (Postautochauffeur) als Materialverwalter. Der bisherige Leiter der Pistolensektion , Willi Achermann, tritt von seinem Amt zurück, weil er als Kompaniekommandant in der Armee stark gebunden ist und gleichzeitig (im Urlaub) seinem Beruf als Lehrer in Uznach nachgeht. Sein Nachfolger wird 1942 Paul Gödl. Von nun an werden die Sitzungen protokolliert; und zwar bemerkenswerterweise mit Schreibmaschine. Lange Zeit hatte man in der Kiesgrube Gublen geschossen. "Die Verhältnisse in dieser Kiesgrube seien unhaltbar geworden" vermerkt das Protokoll. Den Grund dazu erfahren wir nicht. Dank Vermittlung von Herrn Ingenieur Theo Kuster (Präsident MSV) schiesst man nun wieder auf dem Grundstück von Landwirt Schwyter in den Haslen, nördlich der Scheune. (S. Bild 3) Das Scheibenmaterial dagegen wird in der nahen Scheune von Architekt Vettiger eingelagert. Der Verein zählt nun 30 Mitglieder.


Bild 5: Ehemalige Kiesgrube Gublen. Foto aus dem Jahr 2008,
heute renaturalisiert

Munitionsknappheit: Während dem 2.WK war die Munitionszuteilung an den Pistolenclub stets knapp. Etwas Munition war zwar privat zu erhalten, aber nicht üppig. Zum Trainieren verkaufte deshalb Eisenwarenhändler Walter Morger, im Städtchen Uznach, Kleinkaliber-Einsatzläufe im Kaliber .22, welche man von vorne in den Pistolenlauf stecken konnte. Das erlaubte zwar nur Einzelschüsse, erwies sich aber als recht genau.

8. Provisorischer Schiessplatz im Täli
1945 liest man im Protokoll des Revolver & Pistolenclub erneut von Problemen, einen geeigneten Schiessplatz zu finden. Präsident Gödl bemängelt, dass die Sicherheit auf diesem Gelände nicht gewährleistet sei. Auf Schwyter's Wiese in der Haslen war man nur noch geduldet. Offenbar war Landwirt Schätti (heute Liegenschaft Paul Rüegg) schützenfreundlicher und stellte deshalb den Uzner Pistolenschützen ein Stück Land rechts am Ernetschwilerbach zur 5 Verfügung. (Die Familie Schätti war einst von Einsiedeln nach Uznach zugezogen und hatte diesen Hof über drei Generationen bewirtschaftet [lt. P. Rüegg]).

Bild 6: Die Schätti-Wies im Täli, rechts des Ernetschwilerbachs.
Hier das ehemalige Schiessgelände wie es sich dem Betrachter heute (2009) zeigt.

An der Hauptversammlung des Pistolenclubs vom 5. Mai 1945 wurde beschlossen, für das Jahr 1945 eine provisorische Schiessanlage am Ernetschwilerbach zu errichten. In kame-radschaftlichem Geist haben am 12. Mai eine grössere Anzahl Mitglieder in Frohndienstarbeit diese Schiessanlage erstellt. (Anm. d. Verfasser: Bestehend aus einem Holzsteg in Form eines Bretterladens über den Bach und einer Hütte, links des Bachs, als Scheibendepot. (Letztere sollte dann später noch lange von der Jungwacht genutzt werden.) Leider konnte diese Lösung auf die Dauer nicht befriedigen. Speziell der Zugang war unbe-friedigend. Und bei Regenwetter waren die Schützen nicht richtig unter Dach. So sah sich der Vorstand erneut genötigt, nach einem günstigeren Platz Umschau zu halten.

9. Endlich ein fester Schiesstand
Nach längerem Suchen, mehr durch Zufall (lt. Protokoll), wurde ein idealer und allem Rech-nung tragender Platz, hart neben dem bestehenden 300 Meter Schützenhaus gefunden. Ein Augenschein, durch den Eidgenössischen Schiessoffizier, Herrn Oberstlt. Eugster von Trogen, hat gezeigt wie ideal dieser neue Platz wird. Er hat uns zu diesem Platz gratuliert und gesagt, man finde selten einen so schön gelegenen Revolverstand, mit dem Vorteil, dass nun beide Schiessanlagen nebeneinander liegen und, zu gleicher Zeit auf beiden geschossen werden kann. Auf den 8. November wurde zu einer ausserordentlichen Hauptversammlung eingeladen. Dabei wurden den 23 anwesenden Mitgliedern ein fertig ausgearbeitetes Projekt mit Kostenvoranschlag und Finanzierungsplan unterbreitet. Nach eingehender Diskussion hat die Versammlung einstimmig beschlossen, die neue Schiessanlage im Kostenvoranschlag von Fr. 8'000.- zu erstellen. Der Vorstand wurde beauftragt die Arbeiten sofort in Angriff zu nehmen und die Finanzierung sicher zu stellen. Letzteres war keine leichte Aufgabe, denn ohne eigene Mittel eine Anlage zu erstellen im Kostenausmass von 8'000 Franken, gab der Kom-mission manch schwere Stunde und erheischte manchen Bettelgang. Die Bauzeit betrug danach sechs Wochen. 6

Fotos vom Standbau 1947
Unbekannter Fotograf Originalfotos sind in einem Fotoalbum gebunden


1 Paul Gödl, sen


Sepp Winiger, Steuersekretär


Karl Arnold (unten) in seinem Element


Element 2 Adolf Steiner, Säge 3 Adolf Schubiger,
Küpferi 4 Apotheker Bichsel


5 Emil Örtig, Amtsschreiber u. Aktuar PCU


Kugelfang hinter Zeigergraben

Laut Abrechnung vom 25. Mai 1946 hatte der Standneubau Fr. 7'535.90 gekostet, wobei die politische Gemeinde und der SportToto Fonds je Fr. 1'500.- beisteuerten und die Bettelaktion Fr. 3'552.50 erbrachte.

"Wer liebe hat für's Vaterland, der nehm die Waffe in die Hand. Ein jeder Schweizer der nicht schiesst, ist ein Baum der nicht spriesst. Schütze sein mit Herz und Hand, das heisst man Dienst am Vaterland."

Dieser Vers steht im Jahresbericht 1946. Wenn das nur heute noch so gesehen würde! Noch im selben Jahr 1947 hatten Leute des Infanterieregiments 35 ohne Bewilligung mit Karabinern im neuen Pistolenstand geschossen und dabei Schaden angerichtet. Der Schaden wurde entschädigt.

10. Wie sah es in diesem Schiesstand aus?
Im 1969 wurde der Verfasser als in Uznach Neu-Zugezogener Mitglied des Pistolen- und Revolverclubs, wie er damals immer noch hiess. Zwar wurde selten noch Revolver geschossen. Vor allem an Obligatorischen und an Feldschiessen jedoch. Tauchte dennoch ein Revolverschütze auf, so beobachteten die Pistolenschützen argwöhnisch die Windrichtung und baten den Revolverkameraden auf die windabgewandte Seite des Standes. Revolverpatronen waren nämlich immer noch mit Schwarzpulver geladen. Trug der Wind den Schwarzpulverrauch an der Schützenreihe vorbei, so war dadurch das Zielen stark behindert. Mit Revolvern ausgerüstet waren damals noch ältere Hufschmiede und Offiziersordonnanzen.

Das Schützenhaus bestand aus einem einzigen Raum, zu welchem man über einige Steinstufen gelangte. In diesem, an der westlichen Wand dem Eingang gegenüber, stand ein alter Wandschrank, in welchem Munition und auch eine vereinseigene Pistole aufbewahrt wurden. Heute undenkbar. Die Scheiben dagegen wurden in einem separaten Schopf, neben dem Stand gelagert. Noch heute liegt dort ein grosser Sandsteinblock, welcher als Eingangsstufe von diesem Magazin zeugt.

Hinter den Schützen standen drei Warnerpulte mit je zwei Warnanlagen. Letztere bestanden aus einem Drehschalter welcher dem Zeiger im Zeigergraben die gewünschte Trefferwertung, 5er oder 10er, anzeigte (durch verschiedenfarbige Leuchten). Hatte der Schütze gefeuert, einen Einzelschuss oder ein Seriefeuer, so drückte der Warner auf einen Klingelknopf und beim Zeiger im Graben blinkte eine der gewünschten Wertung entsprechende Lampe.(2) Geklebt wurden die Schusslöcher mit Fischkleister und Pinsel zum Auftragen des Leims.
(2) Diese Warnanlage "Silena" wurde erst nachträglich 1951 für Fr. 2'100.- angeschafft.

Zudem gab's eine Telefonverbidung zwischen Stand und Zeigergraben, mit einer Kurbel, welche einen Klingelton, sowohl im Stand als auch im Zeigergraben generierte (ein ehemaliges Feldtelefon der Armee). Damit war eine Kommunikation zwischen dem Schützenmeister und dem Zeigerchef im Graben möglich. Nach Übungen nahm man das Telefon vom Zeigergraben in den Stand, um Feuchteschäden zu verhindern.

An Trainigsschiessen, jeweils Donnerstag Abends und am Samstag Morgen, fanden sich oft nur drei bis fünf Schützen ein. Im Turnus "opferte" sich einer der Schützen als Zeiger. Meist kletterte man aber dazu nicht in den Graben, sondern verbarg sich mit Zeigerkellen und Kleber ausgerüstet, mehr schlecht als recht neben der Scheibenreihe hinter einem dicken Baumstamm und zeigte nach Zurufen. Übte man dagegen alleine oder zu Zweien, dann stellten wir einen Tisch als Ladebank vor den Stand und marschierten gemeinsam zur Scheibe. Dazu benutzten wir noch alte Scheiben aus der Schätti-Wies Zeit. Die besassen 8 einen Fusstritt, somit man sie in den Kugelfang treten konnte. So brauchte man den Graben mit Schiebedach nicht zu öffnen.

11. Ernste und heitere Reminiszenzen
Postautochauffeure wurden während dem 2. Weltkrieg nicht zum Militär eingezogen, aber dennoch mit einem Revolver ausgerüstet. Sie mussten deswegen das "Obligatorische" schiessen und waren alle Mitglieder des Pistolenclubs. Es waren dies die Chauffeure: Sibold, Stauffacher, Fey, Sollberger, und Schmid.

In den 50er Jahren liess Willi Achermann seine Pistole durch Emil Fuchs, exzellenter Pisto-lenschütze und Töffmechaniker in Schmerikon, optimieren. Bei einem Übungsschiessen im alten, hölzernen Pistolenstand, begann seine Pistole von selbst zu mitraillieren. Der überraschte Willi Achermann, ein kräftiger Mann, konnte die Pistole zwar halten, doch die letzte Kugel schlug ins Ziegeldach des Pistolenstands. Ein zerbrochener Ziegel fiel daraufhin aufs Pult des verdutzten Warners Neff (Postschalterbeamter). Bemerkung: Die Dachziegel waren von unten her sichtbar, es gab keine Isolation im Stand. (Erzählung von Robert Schäppi sen.)

Weniger Glück hatte Metzger Brönnimann von Jona, ca. 20 Jahre später beim selben Missgeschick. Sein letzter Schuss im Pistolenstand Grunau schlug ihm in den Kopf, denn er schoss noch nach alter Schule mit stark angewinkeltem Arm. (Bretscher)

Beinahe wurde ein Zeiger erschossen! (Erzählung von Franz Achermann) Inder Kiesgrube Gublen hatten die Uzner Pistolenschützen drei Scheiben aufgestellt. Man war guter Stimmung und soeben ist "Feuer durch" und den Zeigern das Signal zum Zeigen gegeben worden. Diese schritten aus ihrer Deckung und gingen ans Werk: Scheibe 1 "Acht", Scheibe 2 "Zehn", Scheibe 3 eine "Null". "Das kann doch nicht sein, rief der Schütze!" Und schon kam das Zeichen zu Weitermachen. Die Waffen hoben sich. Doch was war das? Kniete vor Scheibe drei nicht noch jemand und bedeckte mit seinem Kopf genau das schwarze Zentrum? He, Waffen nieder, rief da einer! Und schon rief es: "Scheibe drei neun Punkte!" .... und der Zeiger rannte in Deckung, nichts ahnend von der Gefahr in welcher er sich eben noch befunden hatte.

Erzählung von Franz Achermann: Einmal brachte unser Vater (Willi Achermann) von einem Schiessen ein lebendes Kaninchen als Naturalgabe mit nach Hause. Dieser Chüngel wurde darauf eine gewisse Zeit lang im Waschkeller mit Küchenabfällen gefüttert. Wir Kinder hatten als Stall aus Holzbalken und Brettern ein Revier für das Tierchen gezimmert. Später natürlich kam der Chüngel in die Pfanne.

Pauline tauften wir das Huhn, welches unser Vater ein anderes Mal mit nach Hause brachte. Auch ihm bauten wir ein Gehege. Als Mustervorlage für das Huhn legten wir ihm ein Gips-Ei ins Nest. So, Pauline, tu etwas! Das Tier strengte sich mächtig an und bescherte uns ein Ei, allerdings ohne Schale. Einmal entwischte uns Pauline und verschwand. Und wer brachte sie uns zurück? Ein Benediktinerbruder, die Beine des Huhns zusammengebunden und Kopf nach unten. Als Suppenhuhn schmeckte uns Pauline gut. Anmerkung: Das Benediktinerheim lag damals neben-an an der Rickenstrasse. 9

12. Neuer Präsident wird 1949 Emil Örtig, Bezirksamtschreiber
Der bisherige Präsident Paul Gödel tritt von all seinen Ämtern zurück, um seiner an Kinderlähmung erkrankten Tochter die volle Aufmerksamkeit schenken zu können. Sein Nachfolger wird das langjährige Vereinsmitglied Emil Örtig, späterer Bezirksammann. Vizepräsident und Aktuar wird Clemens Neff, Emil Örtig übt das Präsidentenamt 4 Jahre lang aus, bis 1953. In seine Amtszeit fiel der Bau einer elektrischen Warnanlage für die Zeiger im Jahre 1951. Zuvor wurde durch Rufen gewarnt, was die Durchführung grösserer Schiessanlässe unmöglich machte.

13. Alois Boos, Präsident 1953 - 1963
1953 tritt der Pistolen- und Revolverclub mit einer Gruppe Kleinkalieberschützen (Gewehr) in Verhandlungen betreffend Mitbenutzung des Pistolen-Schiesstand. Die Verhandlungen zerschlagen sich nach langem hin und her erst 1955. Im selben Jahr wird Ex-Präsident Paul Gödl zum Schützenmeister gewählt. An Stelle des abtretenden Kassiers Sepp Winiger wird Bruno Müller gewählt. Der Mitgliederbeitrag beträgt wie schon seit Jahren 6 Franken. Eine Erhöhung auf 8 Franken wird an der Haupt-versammlung 1955 abgelehnt. Als Zeigerchef stellt sich Lorenz Kobler, Plattenleger, zur Verfügung. Sein Stunden-lohn beträgt 2 Franken, für die Zeigerknaben ist er ein Franken. Die Versammlung freut sich über die Wahl ihres Kameraden Emil Örtig zum Bezirksammann. Im Jahr 1960 weist der Verein 42 Mitglieder auf. Das Vereinsleben ist relativ ereignisarm. Neben dem Obligatorischen und Feldschiessen, Einzelwettschiessen und Matchfondstich. Das Obligatorische wird von 19 Schützen besucht. Auswärtige Schiessen waren das "Ostschweizer Pistolenschiessen" in Rapperswil und das Fridolinschiessen in Glarus. Der Verein serbelt dahin. Seit zwei Jahren ist nicht einmal der Vorsand vollzählig. Es fehlt ein Kassier. An der Hauptversammlung wird ein Anschluss an den Pistolenclub Schmerikon und vorübergehende Sistierung des Vereins erwogen. Schliesslich entschliesst sich die Hauptversammlung 1962 doch zur Weiterführung des Vereins. Die Funktion des Kassiers wurde bisher von Alois Boos im Doppelamt ausgeführt. Neu konnte Franz Wagner, Vertreter bei Vinora in Jona, als Kassier verpflichtet werden. In einem Kraftakt laden die Uznacher ihre Nachbarsektionen Jona-Rapperswil, Schmerikon und Eschenbach zu einem Freundschaftsschiessen auf den 3. März 1962 ein. In hohem Alter stiftet Adolf Boos eine Zinnkanne als Wanderpreis für den besten Schützen in der Disziplin Obligatorisch plus Feldschiessen. Dieser Wettbewerb unter dem Namen "Adolf Boos-Preis" wird noch heute ausgetragen. 10

14. Robert Schäppi, Präsident 1964 -
Die Hauptversammlung 1964 wird von 10 Mitgliedern besucht. Diese wählen Robert Schäppi als Nachfolger von Alois Boos., Buchbinder und Inhaber der Papeterie Schäppi in Uznach. Der Jahresbeitrag soll auch künftig immer noch 6 Franken betragen. Das Jahresprogramm besteht aus dem Besuch von Obligatorisch, Feldschiessen, Einzelwettschiessen, Matchfondstich und dem Besuch des Sektionsschiessens in Hinwil. Im 1965 kommt neu der Besuch des Fahrtschiessen in Mollis hinzu. Das Bundesprogramm wird jetzt von 23 Mitgliedern geschossen. Die Mitgliederzahl ist mittlerweile auf 52 Pistolenschützen gestiegen.