Pistolen Disziplinen

Luftpistole
Die „Luftpistole“ (LuPi, LP) ist häufig die Einstiegswaffe des Pistolenschützen. Die Entfernung zur relativ großen Zielscheibe beträgt 10 m. Die Zehn hat einen Durchmesser von 11,5mm. Das Luftpistolenschießen ist eine olympische Disziplin, und wird von vielen Schützen der Freien Pistole als Zweitdisziplin betrieben. In einer Entfernung von 10 m und einer Zeit von 75 min werden 40 Schuss zu maximal 5 Schuss pro Scheibe abgegeben. Auf nationaler und internationaler Ebene beträgt auch hier die Schusszahl bei den Junioren A und Herren jeweils 60 Schuss, innerhalb von 105 min.


Ab der Juniorenklasse A m/w findet ein zusätzliches Finalschießen statt. An diesem dürfen die besten 8 Schützen/innen teilnehmen. Hier müssen dann auf Kommando noch einmal 10 weitere Wertungschüsse abgegeben werden, wobei diese in Zehntelringen ausgewertet werden. Das Endergebnis setzt sich dann aus dem Vorkampfergebnis und dem Finalergbnis zusammen. Wegen der (relativ) kleinen Pistole und der großen Scheibe, wird von Laien oft gedacht, dass das Luftpistolenschießen besonders einfach wäre. Jedoch wird die Luftpistole grundsätzlich freihändig mit nur einer Hand geschossen (wie alle anderen Pistolen auch). In Verbindung mit der hohen Anzahl von Schüssen (40 Schuss plus Probeschüssen) wird aber auch hier ein großes Maß an Kondition benötigt. Die Pistolenscheibe hat bei der „Zehn“ eine Zweiteilung (Innen- und Aussenzehn).

Sportpistole
Die Disziplin „Sportpistole“ (SpoPi) wird üblicherweise mit Kleinkaliberpistolen (olympisch) oder Revolvern im Kaliber .22lfb auf eine Entfernung von 25 m geschossen. Die Großkaliberpistole hat ein Kaliber von mehr als 7,65 mm und wird ebenfalls auf 25 m geschossen. In dieser Disziplin wird zur einen Hälfte auf eine normale, stehende Scheibe geschossen (Präzision), und zum Zweiten auf eine sich drehende Scheibe (Duell). Die Scheibe bleibt hierbei 7 Sekunden lang verdeckt, klappt dann auf und ist 3 Sekunden zu sehen. In diesen 3 Sekunden kann der Schütze den Schuss abgeben. Dieser Vorgang wiederholt sich fünf Mal. Bei großen internationalen Wettbewerben werden die Scheiben nicht mehr verdeckt; eine Lampe zeigt jetzt das Zeitfenster an. Diese Disziplin gibt es auch für Jugendliche (ab 17 Jahren) mit abgewandelten Bedingungen: Das Wettkampfprogramm besteht aus je einem Durchgang Präzisons- und Duellschießen zu je 30 Schuss.

Freie Pistole
Die Disziplin „Freie Pistole“ (FreiPi, FP) wird auf 50 Meter Entfernung im Kaliber .22lfb geschossen. Die dabei verwendeten Scheiben sind genau so groß wie bei der Sportpistole. Der Name „Freie Pistole“ leitet sich daher ab, dass bezüglich der Waffen nur ein minimales Regelwerk existiert - im Vergleich zu anderen Disziplinen. Somit sehen die Pistolen eher ungewöhnlich aus. Am auffälligsten ist der ungewöhnlich lange Lauf und der Schaft. Dieser wölbt sich meist von oben und unten um den Handrücken herum, und sitzt nicht selten so fest, dass der Schütze die Waffe regelrecht an seiner Hand „festschraubt“. Das Handgelenk muss jedoch frei bleiben. Des weiteren wird ein so genannter „Stecher“ als Abzug benutzt, der als Abzugsgewicht nur wenige Gramm besitzt (nicht selten unter 7 Gramm - Ungeübte spüren keinen Druckpunkt), um ein „Verreißen“ zu verhindern. Zum Vergleich: eine Sportpistole hat ein Abzugsgewicht von 1000 Gramm, eine Polizei- oder Armeepistole bis zu 2 Kilogramm. Eine Freie Pistole hat keinen automatischen Auswurf und nimmt nur eine Patrone auf (Einzellader). Die olympische Wettkampfdisziplin beträgt 60 Schuss in 120 Minuten. Viele Schützen der Freien Pistole treten auch bei Luftpistolen-Wettkämpfen an. Oft wird diese Disziplin auch als Königsdisziplin bezeichnet.

Olympisches Schnellfeuer
Bei der „Olympischen Schnellfeuerpistole“ (OSP) wird auf fünf nebeneinander stehende Drehscheiben jeweils ein Schuss abgefeuert. Eine Serie besteht aus 30 Schüssen. Der Schütze schießt je 2 Serien in je 8 Sekunden, 2 Serien in je 6 Sekunden und 2 Serien in je 4 Sekunden. Das verwendete Kaliber ist .22lfb = 5,6mm mit Randfeuerpatronen. Die Scheiben sind wesentlich größer als bei den anderen Disziplinen. Nachdem in den 1980er-Jahren mehrere Schützen fehlerlose Wettkämpfe bestritten hatten (jeder Schuss ging in die 10), wurde die Scheibengröße deutlich verringert. Bei größeren Wettkämpfen sind die Scheiben nicht mehr drehbar gelagert. Die Erlaubnis zum Schießen gibt eine Lampe an. Bei olympischen Spielen ist die „Olympische Schnellfeuerpistole“ eine reine Männerdisziplin.

Standardpistole
Die Disziplin „Standardpistole 25m“ wird mit einer Pistole oder Revolver im Kaliber .22lfb geschossen, der Wettbewerb besteht meist aus 60 Schuss in drei aufeinander folgenden Durchgängen von je 20 Schuss. Jeder Durchgang besteht aus 4 Serien à 5 Schuss in der Reihenfolge a) 4 x 5 Schuss in 150 Sekunden, b) 4 x 5 Schuss in 20 Sekunden, c) 4 x 5 Schuss in 10 Sekunden. Die Schießscheiben sind von der gleichen Sorte, wie sie bei der „Freien Pistole 50m“ verwendet werden. Finde Deine neue Stelle auf Jobhall